Hannah das Eis schmilzt

Eine MusikTheaterFarce zur globalen Erwärmung

Eine Gruppe von Inuit freut sich tanzend und lachend: Endlich schmilzt das Eis! Endlich haben sie Zugang zu fruchtbarem Ackerboden! Endlich können sie Karotten anbauen! Ist diese Szene bloss eine grotesk-zynische Überspitzung unserer mit dem Klimawandel verbundenen Ängste oder bald schon Realität? Den schmalen Grat zwischen der Gewissheit, Zeuge einer Katastrophe zu sein, und dem Verdacht, einer inszenierten Realsatire beizuwohnen, betreten die Autorin Marianne Freidig und der Komponist Boris Bell mit dem Stück „Hannah das Eis schmilzt“.

Hannah und Jens, Mitarbeiter eines Ölkonzerns, fördern das flüssige Gold in der Arktis. Als die Tanker, die es nach Europa transportieren sollen, ausbleiben, fallen sie zunehmend aus ihrer bekannten Welt heraus und bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen Realität, (Alb-)Traum und Halluzination. Die einheimischen Inuit nehmen die Unruhe der Fremdlinge ungerührt zur Kenntnis. Doch während ihr Auftraggeber in seinem Chefbüro das überflutete Europa besingt, bereiten sie sich auf ihre neue Existenz als Bauern vor – und wir sind live dabei, wenn die neue Spezies des arktischen Bauern geboren wird.

Die groteske Untergangsvision einer von ihren eigenen Möglichkeiten überforderten Gesellschaft: ein Szenario, dessen Zukunft uns näher liegt, als es uns lieb sein kann.


Am Freitag, dem 2., und Samstag, dem 3. März 2012 findet im Anschluss an die Vorstellungen ein Publikumsgespräch mit der Autorin Marianne Freidig und dem Komponisten Boris Bell statt.

Boris Bell, geboren 1970 in Berlin, ist Komponist und Schlagzeuger für zeitgenössische Musik. Als Komponist schrieb er, neben Stücken für seine eigenen Ensembles, Bühnen- und Kammermusiken, die u.a. vom Ensemble Tzara/ Zürich 2007 oder mit dem Stuttgart Ballett/ Stuttgart 2005 aufgeführt wurden.

Marianne Freidig, geboren in 1968 in Lenk/Schweiz, gehört zu den bekanntesten Schweizer Dramatikerinnen ihrer Generation. Sie war Hausautorin am Staatsschauspiel Stuttgart und wurde 2007 für die wichtigste Dramatikerauszeichnung der Schweiz, den Welti Preis, nominiert. Sie schreibt neben Theaterstücken auch Prosatexte, Hörspiele, Kolumnen und Übersetzungen und lebt mit ihren Kindern in Plasselb/Schweiz.

Komposition: Boris Bell
Text: Marianne Freidig
Regie: Matthias Mooij
Ausstattung: Jean-Marc Desbonnets / Anna von Zerboni
Kostüme: Mirjam Egli
Dramaturgie: Peter-Jakob Kelting
Schauspiel: Sebastian Krähenbühl, Anna-Katharina Müller
Bariton: Robert Koller
Ensemble Tzara: Zoï Tsokanou/Ai Yamamura (Piano, Korrepetition), Moritz Müllenbach (Cello), Sebastian Hofmann (Schlagzeug), Dawid Jarzynski (Klarinette)
Produktion: stranger in company, Gianna Olinda Cadonau
Mit freundlicher Unterstützung von: Stadt Zürich Kultur, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, FA BS/BL Musik kulturelles.bl, Fondation Nestlé pour l’Art, GGG Basel, Parrotia-Stiftung
Eine Koproduktion mit dem Theater Tuchlaube Aarau und dem Schlachthaus Theater Bern

Preise

30.- / 25.- / 20.- / 5.-

Öffentliche Aufführungen

Do 1. März 20:15 Première
Fr 2. März 20:15
Sa 3. März 20:15

Vermittlung

> Einführung