Gefühlstraining für weltweite Körper

Ein philosophischer Zirkus

Andreas Liebmann

„Einer hat mir mal gesagt, er wisse Bescheid über Ereignisse auf der ganzen Erde. Das verändere seinen Körper. Sein Ohr höre sich in Mexiko um, er denke über Australien nach, die Finger tasteten Moskau ab, seine Füsse gingen auf tansanischen Strassen, sein Herz fühle mit Pakistan. So werden seine Gefühle um die Welt gezerrt, und er weiss nicht, wie er damit umgehen soll. Er fühlt sich überdehnt. (…) So. also, ich habe mich entschieden, dieses Gefühlstraining konkret zu verfolgen. Ich bin dabei, ein Training zu entwickeln, das mich dazu befähigen soll, die ganze Welt zu lieben.“

Ein aufgeklärter Weltbürger sein. Sich auf seine Beobachtungen verlassen, die Welt in eigenen Worten beschreiben und begreifen. Wie funktioniert das in Zeiten des vermeintlichen Kontakts aller mit allen? Wie verändert sich mein Körper, wenn ich meine Gefühle um die Welt winden kann? Was heisst das, eine Meinung haben? Was heisst das, lieben? Inspiriert von J.M. Coetzees Roman „Tagebuch eines schlimmen Jahres“ synchronisieren sich in „Gefühlstraining für weltweite Körper“ des Regisseurs Andreas Liebmann körperliche Beziehungen mit Ansichten zu Demokratie, zu Schuld und Verantwortung, zum ewigen Lieben und zum persönlichen Charakter von Städten.

„Andreas Liebmann schickt uns auf einen atemberaubenden Parcours, der auf den Ebenen Text, Musik und Bewegung gleichzeitig über die Welt nachdenkt, sich dabei selber überschlägt und oft im Sekundentakt analytisch, poetisch, geschmacklos, beliebig, lustig und rührend ist.“ (Sophie Caflisch, Kulturkritik)

Von und mit: Michael Emanuel Bauer, Martin Clausen, Beatrice Fleischlin, Jessica Gadani, Georg Karger
Regie/Konzept: Andreas Liebmann
Dramaturgie: Max-Philip Aschenbrenne
Assistenz: Maria Fuchs
Bühne/Technische Leitung: Wolfram Sander
Künstlerische Mitarbeit Bewegung: Pierre Caesar
Inhaltliche Beratung: Dr. Philipp Sarasin, Marcus Steinweg
Internetprojekt: Thomas Friese
Produktionsleitung/PR: ehrliche arbeit – Freies Kulturbüro
Produktion Schweiz/Gastspiele: Almut Rembges
Eine Koproduktion von Andreas Liebmann mit dem Hebbel am Ufer Berlin, Alte Liebe Produktionen in der Schwankhalle Bremen, Kaserne Basel, Schlachthaus Bern. Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten, Migros Kulturprozent, Fondation Nestlé pour l'Art, Pro Helvetia, Ernst Göhner Stiftung, Georges und Jenny Bloch Stiftung und NPN.

Preise

30.- / 25.- / 20.- / 5.-

Öffentliche Aufführungen

Mi 14. März 20:15
Fr 16. März 20:15

Vermittlung

> Einführung
> Workshops
> www.andreasliebmann.net