Die Eidgenossen kommen!

Macht Geschichte Politik

Der Kanton Aargau gedachte 2015 dem „Schicksalsjahr 1415“, dem Anschluss der Aargauer Regionen an die Eidgenossenschaft. Als zuständiger Landammann konnte Regierungsrat Urs Hofmann eine bunte Palette kultureller und historischer Veranstaltungen präsidieren. Zum Abschluss des Gedenkjahres laden wir Urs Hofmann ein, ein Resümee zu ziehen und zusammen mit dem Historiker Bruno Meier und dem Schriftsteller und Dramatiker Gerhard Meister die Frage zu diskutieren, welchen Wert historische Ereignisse und geschichtliche Mythen in der politischen Debatte besitzen.

Parallel zu den Feierlichkeiten im Aargau entbrannte im Jubiläumsjahr 2015 ein erbitterter Streit um das historische Erbe der Schweiz. Der Schweizer „Historikerstreit“ (Neue Zürcher Zeitung) war und ist mehr als eine Auseinandersetzung unter Experten. In ihm kristallisieren sich handfeste politische Interessen. Wer „die Geschichte“ auf seiner Seite wähnt, macht das Erbe für die eigenen politischen Absichten dienstbar, nicht zuletzt, um den politischen Gegner zu in die Ecke des Vaterlandsverräters zu stellen.
Vor allem die Deutung der „Schlacht von Marignano“ warf hohe mediale Wellen: Ist die Niederlage der Eidgenossen auf den oberitalienischen Schlachtfeldern als Beginn der Schweizer Neutralitätspolitik zu werten? Oder ist diese Sicht ein Mythos, der der historischen Analyse nicht standhält? Dahinter steckt eine grundsätzlichere Frage: Was ist für uns Heutige wichtiger: Das, was nach Auswertung aller Informationen wirklich geschah? Oder die überzeugende Geschichte, die man sich darüber erzählt? Und wer entscheidet darüber, welche Geschichte erzählt wird – und welche eben nicht?
Zusammen mit Landammann Urs Hofmann diskutieren Bruno Meier und Gerhard Meister. Der Historiker Bruno Meier ist Geschäftsführer des Verlages hier + jetzt Baden und als Autor und Ausstellungsmacher vielfältig im Kanton tätig. Pünktlich zum Jubiläumsjahr 2015 erschien sein Buch „Von Morgarten bis Marignano. Was wir über die Entstehung der Eidgenossenschaft wissen“, in dem er anhand minutiöser Quellenarbeit die Entstehung Schweizer Geschichtsmythen rekonstuiert.

Gerhard Meister, Jahrgang 1967, wuchs im Emmental auf und lebt heute in Zürich. Er studierte Soziologie und Geschichte an der Universität Bern und schreibt Theaterstücke, Hörspiele und Spokenword-Texte. Sein jüngstes Stück „WIR ERBEN“, das er zusammen mit Suzanne Zahnd verfasste und in dem er die letzten 100 Jahre Schweizer Geschichte in einer Familien-Soap lebendig werden lässt, gastiert vom 2. – 5. Dezember im Theater Tuchlaube Aarau.

Es diskutieren: Landammann Urs Hofmann, Bruno Meier, Gerhard Meister.

In Kooperation mit dem Verlag HIER UND JETZT.

Hinweise zum Preis

Eintritt frei

Preise

22.- / 15.- / 5.-

Öffentliche Aufführungen

Di 1. Dez 20:15 Podiumsdiskussion