Meschugge wie immer

Lieder von Georg Kreisler

Breitfuss/Weilacher

Monodramen Festival:
„Ich ist ein anderer“

Bild: Schauspielhaus Zürich, Matthias Horn

Ein Mann, ein Klavier und ein Mann fürs Klavier. Mehr braucht's nicht zum Kabarett. Zum Abschluss des Monodramen-Festivals „Ich ist ein anderer“ begrüssen wir Gottfried Breitfuss und machen mit ihm einen Ausflug in die Donau-Metropole. Breitfuss , seit über zehn Jahren Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich, schlüpft in die Rollen der Wiener Kleinbürger und Gernegrosse, die der legendäre österreichische Kabarettist und Chansonnier Georg Kreisler in seinen Liedern mit viel Schmäh porträtiert.

Das Programm „Meschugge wie immer“ umfasst „vorletzte Lieder“ Georg Kreislers. Bitterkeit ist dabei eine Grundstimmung, die nicht mit grober Kelle verteilt wird, jedoch zuverlässig der Schönheit den Glanz nimmt. Seine Lieder sind immer wieder durchaus zum Lachen, nur muss das bisweilen durch einen etwas engen Hals. Sie pflegen die Kunst der leisen, der sarkastischen, manchmal auch fiesen, sich hinterrücks einschmuggelnden Zwischentöne.
Gottfried Breitfuss erweist sich als perfekter Verkörperer der Kreislerschen Texte. Sein Charme wirkt morbide und verzweifelt, seine Ausbrüche fahren ins Mark, und wenn er auf dem Sofa liegend mit geschlossenen Augen singt, scheint seine Müdigkeit lebensbedrohend.
Die Widersprüche der menschlichen Psyche setzt Gottfried Breitfuss virtuos um, sein Flüstern wird Fauchen, sein Schmeicheln droht, Liebesschwüre riechen nach Verderben. Und seine Darstellung des Kaputten ist so gnadenlos hart und konsequent, dass erst der Applaus Ende und Erlösung bringt. Die ungeheure Präsenz des Schauspielers täuscht beinahe darüber hinweg, dass es Pianist Peter Weilacher ist, der mit stoischer Ruhe und sehr dynamischem Spiel den Sprecher und Sänger Breitfuss beinahe wie eine Marionette zu führen scheint, ihn am Rande des Wahnsinns balancieren lässt, um ihn behutsam wieder zur weichen Sicherheit des Sofas zu führen. Ein grandioses Schauspiel auf beiden Seiten.

Gottfried Breitfuss hat nach seiner Schauspielausbildung am Mozarteum in Salzburg an verschiedenen Häusern wie Residenztheater München, Schiller-Theater Berlin, Freie Volksbühne Berlin und Theater Basel mitgewirkt. Von 1993 bis 2005 war er im festen Engagement am Staatstheater Stuttgart, wo er auch Produktionen wie „Im weißen Rössl“ und „Lumpazivagabundus“ inszeniert hat. Seit Herbst 2005 ist er im Schauspielhaus Zürich engagiert. Gottfried Breitfuss drehte parallel bei Film und Fernsehen.

Mit: Gottfried Breitfuss und Peter Weilacher am Flügel.

Hinweise zum Preis

Normalpreis Fr. 22.- / Legi, u20 Fr. 15.-

Tageskarte Samstag (drei Aufführungen):
Normalpreis Fr. 45.- / AHV Fr. 40.- / Legi, u20 Fr. 30.-

Tageskarten können nur bei aarau info und unter mail@tuchlaube.ch reserviert werden.

Preise

22.- / 15.- / 5.-

Öffentliche Aufführungen

Sa 30. April 21:00
> www.meschugge.at
Erfolgreiche Fusion zur Bühne Aarau

Die Mitglieder der Trägervereine des Theater Tuchlaube, der Theatergemeinde, vom Fabrikpalast sowie von FARA Freunde Alte Reithalle Aarau und ARTA Alte Reithalle Tuchlaube Aarau haben am 27. April 2020 der Fusion mit der neuen Trägerschaft ARTA zugestimmt.

Die Theaterleitung der Tuchlaube – Peter-Jakob Kelting und Barbara Stocker – und ihr Team verantworten ab der Spielzeit 20/21 das Programm der Bühne Aarau.

Das ganze Programm der Saison 20/21 ist ab sofort einsehbar auf der neuen Webseite der Bühne Aarau:

www.buehne-aarau.ch