Ein Kind für alle

Eine Reportage fürs Theater

Anna Papst, Maude Vuilleumier & Mats Staub

Die Reproduktionsmedizin macht's möglich: Dank Eizellspende, Leihmutterschaft oder Samenspende kann heute auch Vater oder Mutter werden, wer früher kinderlos bleiben musste. Namentlich homosexuelle Paare, alleinstehende Frauen oder unfruchtbare Menschen finden auf diese Weise zu ihrem Kinderglück. Oft müssen sie dafür aber einen Umweg ins Ausland in Kauf nehmen – denn in der Schweiz ist einzig die Samenspende legal und auch die steht nur verheirateten heterosexuellen Paaren offen. Sowohl im Bundeshaus als auch am Stammtisch wird zurzeit hitzig darüber debattiert, wer mit Hilfe der künstlichen Reproduktion ein Kind haben darf und wer nicht.

Anna Papst und ihr Team haben mit den verschiedensten Menschen gesprochen, die sich intensiv mit der Frage nach einem Recht auf Kinder auseinandersetzen. Mit dem Samenspender, der bisher 49 Kinder gezeugt hat und jedes beim Namen kennt. Mit der Politikerin, die sich darüber empört, dass es in der Schweiz Rechte gibt, die von der sexuellen Orientierung eines Menschen abhängen. Mit dem schwulen Vater, der sagt, für seine Adoptivtochter sei es wichtig zu wissen, woher sie ihre Sommersprossen habe. Wo Tageszeitungen aus Platzgründen einen Schlussstrich ziehen müssen, geht diese Form der Berichterstattung einen Schritt weiter und taucht tief in die Lebenswelt ihrer Protagonisten ein. Die Schauspieler Jonas Gygax und Christoph Rath lassen die unterschiedlichen Begegnungen auf der Bühne noch einmal aufleben und verdichten sie zu einer packenden Reportage, die lange nachhallt.

Vor der Vorstellung am Freitag, 4. März 2016 findet um 19:30 Uhr eine Einführung statt.

Die in Lenzburg wohnende Theatermacherin Anna Papst sucht in jeder Produktion nach neuen Herausforderungen. Sie ist Autorin („Die Gottesanbeterin“ am Schauspielhaus Zürich, „Die Schläferinnen“ am Theater Neumarkt), Regisseurin („Der Teich“, „Ballast abwerfen“) und arbeitete in verschiedenen Schreibformaten mit, so u.a. bei dem Live-Blog im öffentlichen Raum „Sometimes I think I can see you” des argentinischen Regisseurs Mariano Pensotti.

„Stimmen und Ansichten, weibliche und männliche, wurden dafür gesammelt und geschickt und vielmaschig verflochten zu konzentrierten Monologen aus Originaltönen. Jonas Gygax und Christoph Rath verkörpern sie mit feiner Diskretion, ein klein wenig ironisch und beträchtlich unterhaltend.“ (Tagesanzeiger)

„Wahnwitzig wahr der Inhalt, verstörend einfach die Form. Die Uraufführung (…) trifft einen Nerv der Zeit.“ (Neue Zürcher Zeitung)

Mit: Jonas Gygax und Christoph Rath.
Regie/Text: Anna Papst.
Ausstattung: Maude Vuilleumier.
Dramaturgie: Mats Staub.
Technik: Tashi-Yves Dobler, Martin Wigger.
Produktionsleitung: Saskia Keel.
Mitarbeit: Laura Rickenbacher.

Eine Koproduktion von Theater Winkelwiese, Kleintheater Luzern, ThiK Theater im Kornhaus Baden, Theater Tuchlaube Aarau, Theater Roxy Birsfelden.

Gefördert durch Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Aargauer Kuratorium, Fachausschuss Theater und Tanz BS/BL, Migros-Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, Stanley Thomas Johnson Stiftung, GGG Basel, SIS Schweizerische Interpretenstiftung.

Preise

30.- / 25.- / 20.- / 5.-

Öffentliche Aufführungen

Mi 2. März 20:15
Fr 4. März 20:15
Sa 5. März 20:15
> www.annapapst.ch > www.matsstaub.com