Songs for Bulgakow

Szenen, Tänze, Lieder, Fantasien – eine Hommage an Michail Bulgakow

Alte Reithalle Aarau

Cie. Freaks & Fremde, Juwie Dance Company und Vladimir Vaclavek

„Auf dem weiten Feld der Literatur war ich in der UdSSR der einzige literarische Wolf. Man gab mir den Rat, mir den Pelz zu färben. Ein törichter Rat. – Ob gefärbt oder geschoren – ein Wolf wird nie wie ein Pudel aussehen.“ (Bulgakov)

Die Tür zur Wohnung Nr. 50 in der Sadowaja 302b in Moskau steht offen. Der Wodka dreht seine Runden, das Leben trinkt mit dem Tod und die Kunst ist besoffen. Es ist Party! Eine Party für Michail Bulgakow. Die Compagnie Freaks und Fremde aus Deutschland gehört zum Besten, was das europäische Figurentheater zu bieten hat, im vergangenen Jahr erhielt die Gruppe den Kunstpreis der Stadt Dresden.

Michail Bulgakow, 1891 geboren, war seines Zeichens Arzt, Redakteur und Schriftsteller, der durch die Wirren der Oktoberrevolution taumelte und auch nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte. Die wilde Fabel „Meister und Margarita“ ist bis heute sein bekanntestes Werk. Heiki Ikkola, Mastermind von Freaks und Fremde, und sein Ensemble aus Figurenspielerinnen, Tänzerinnen und zwei Musikern, wagen mit einem furiosen Spektakel eine assoziative und hochmusikalische Annäherung an den faszinierenden russischen Autoren, der auch unter Stalin ein anarchistischer Kopf blieb und der das Leben als Fest betrachtete. In der lebensprallen Revue, getragen von zwölf Songs, die vom russischen Volkslied bis zum Rolling-Stones-Evergreen reichen, werden einzelne Facetten von Bulgakows Leben und Werk zum Leben erweckt. Es treten auf: der Dichter selbst, der Meister und Margarita, Stalin, etliche Gestalten aus Büchern, Träumen und verschobenen Gedanken, eine stumme Kapelle stimmt einen traurigen Marsch an, kopflose Gestalten bevölkern die Bühne. Und selbst der Leibhaftige persönlich gibt sich die Ehre: Pleased to meet you / Hope you guess my name ... Es geht um Liebe und Gemeinschaft, um Ausweglosigkeit und Unterwerfung. Es geht um den Kampf von Fortschritt und Tradition, um den Zwiespalt zwischen dem, wofür man Geld bekommt, und dem, wofür man lebt. Es geht um Schönheit, Freiheit, Menschlichkeit. Es geht darum, mit allen Mitteln zu zeigen, was Leben sein kann, auch wenn die Umstände nicht die besten sind.

„Ein furioses Projekt der Compagnie Freaks und Fremde. Gestern noch Geheimtipp, heute Kunstpreisträger der Stadt Dresden! Sabine Köhler und Heiki Ikkola haben sich diesen Weg mit ihrer Compagnie Freaks und Fremde in den letzten Jahren hart erarbeitet - mit schrägen Performances, politischem Theater, internationalen Koproduktionen und Inszenierungen, in denen spürbar so viel eigenes Herzblut und good vibrations stecken, dass die Zuschauer immer wieder daran teilhaben wollen.“ SAX-Magazin

Performance, Ausstattung, Regie: Sabine Köhler, Heiki Ikkola.
Tanz, Performance: Jule Oeft, Wiebke Bickhardt, Yamile Navarro.
Musik, Performance: Frieder Zimmermann, Vladimir Vaclavek.
Licht: Jojo Werth.
Produktion: Judith Hellmann.

Eine Kooperation von Fabrikpalast Aarau und Theater Tuchlaube Aarau.

Hinweise zum Spielort

Alte Reithalle Aarau, Apfelhausenweg 20

Öffentliche Aufführungen

Fr 2. Sept 20:15
Sa 3. Sept 20:15
> www.freaksundfremde.blogspot.ch > www.juwie-dance.com > www.fabrikpalast.ch

Kooperationspartner