Das Jahr der Liebe

von Paul Nizon

Lesung und Chansons mit Isabelle Menke und Hansrudolf Twerenbold

Isabelle Menke, langjähriges Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich, und der unvergleichliche Hansrudolf Twerenbold nähern sich am 7. September 2019 im Theater Tuchlaube Aarau lesend, spielen und singend einer faszinierenden Figur der jüngeren Schweizer Literaturgeschichte an: Paul Nizon, der mit seinem Pamphlet „Diskurs in der Enge“ das Lebensgefühl der Schweizer Kulturszene in den siebziger Jahre prägte. Die Lesung mit Chansons „Das Jahr der Liebe“ entsteht im Rahmen der Ausstellung „Arm in Arm mit der bildenden Kunst“ im Forum Schlossplatz.

1977 übersiedelt der gebürtige Berner Kunstkritiker und Schriftsteller Paul Nizon, der in diesen Wochen seinen 90. Geburtstag feiert, nach Paris. 1981 erscheint „Das Jahr der Liebe“, der erste, längste und mutmasslich schönste seiner vier Paris-Romane, mit dem er sich auch in Frankreich etabliert. Schreiben, Lieben, Leben: In einem sinnlichen Sprachsog von betörender Intensität schildert Nizon den Alltag eines Schriftstellers, der aus seinem „Schachtelzimmer“ in einen Pariser Hinterhof starrt und versucht, seiner akuten „Liebesvergiftung“ und der latenten „Verlöschensgefahr“ ein haltgebendes Werk abzuringen. Was uns dieses schonungslose Erinnerungsbuch in Echtzeit miterleben lässt, ist das Glück einer gelingenden Schöpfung.

Isabelle Menke, die nach Stationen in Lübeck, Zürich, Hannover und Basel zehn Jahre lang eines der prägenden Gesichter im Ensemble des Schauspielhauses Zürich war, spielte zuletzt Elfriede Jelineks Solostück „Rechnitz“ und den Chansonabend „Le soleil et la lune“ in Aarau. Hansrudolf Twerenbold ist seit seiner Zeit am Badener Theater Claque aus dem Aargauer Kulturleben nicht wegzudenken.

Die Lesung mit Chansons findet in Kooperation mit dem Forum Schlossplatz statt, das vom 6. September 2019 bis zum 5. Januar 2020 anlässlich des 90. Geburtstages von Paul Nizon eine von Pino Dietiker kuratierte Ausstellung zu Leben und Werk Paul Nizons präsentiert.
Die Ausstellung lädt zur Wiederentdeckung von Nizons Anfängen in der Schweiz ein, wo er als Kunstkritiker für Furore sorgte: Sein «Diskurs in der Enge» von 1970 erschütterte das Establishment und prägte das Gespräch über Schweizer Kunst während Jahrzehnten. Mit Fotos, Briefen und weiteren Trouvaillen aus Nizons Vorlass steckt die Retrospektive sein zeitgenössisches Umfeld von Harald Szeemann bis Max Frisch ab. Die Gegenüberstellung seiner Texte mit Werken von Friedrich Kuhn, Karl Jakob Wegmann und Marianne Wydler zeigt zudem auf, wie wahlverwandte Malerinnen und Bildhauer die radikale Lebenssuche befeuern, die Paul Nizon in seinen Journalen bis heute betreibt.

Mit: Isabelle Menke, Hansrudolf Twerenbold.
Textfassung: Pino Dietiker.
Szenische Einrichtung: Peter-Jakob Kelting.
Koproduktion mit: Forum Schlossplatz.

Preise

35.- / 30.- / 20.- / 5.-

Öffentliche Aufführungen

Sa 7. Sept 20:15
Fr 29. Nov 20:15
Sa 30. Nov 20:15

Eine Koproduktion mit