Science Jam

Forschung auf der Bühne

Alte Kanti Kultur

Bild: unsplash Hal Gatewood

Waaaaaas? Der Ameisenbär ist tot? Nein, er lebt – erstaunlicherweise. Denn eigentlich könnte er auch schon lange ausgestorben sein. Er sieht eher schlecht, er ist langsam und sein Gehirn ist nur erbsengross. Und was der Ameisenbär sonst noch zu bieten hat, verrät uns Lydia Möcklinghoff, Deutschlands bekannteste Ameisenbärforscherin.

Und wenn wir schon beim Tierischen sind: „Waidmannsheil im Teilchenzoo!“, das ist der Titel von Jochen Jens Heinrichs Beitrag, der sich u.a. mit der Frage beschäftigt, was ein Teilchenphysiker mit einem Polizisten gemeinsam hat. Wir gehen mit ihm zusammen auf eine Reise zu den allerkleinsten Bausteinen des Kosmos und benötigen dafür die allergrösste und komplexeste Maschine, die je von Menschenhand gebaut worden ist: den Large Hadron Collider am CERN in Genf. Mit nahezu Lichtgeschwindigkeit krachen hier Protonen aufeinander und erzeugen so neue Elementarteilchen, die möglicherweise noch nie zuvor beobachtet wurden.

Auch Stefan Ossmann kennt sich mit komplexen Strukturen aus, allerdings forscht er in einem ganz anderen Bereich. Die Ausgangslage kennen wir alle: Wir verlieben uns in einen Menschen. Ein Mann verliebt sich in eine Frau, eine Frau verliebt sich in einen Mann: alter Hut! Ein Mann verliebt sich in einen Mann, eine Frau verliebt sich in eine Frau: auch keine grosse Sache (mehr). Aber was, wenn sich ein Mensch in mehr als eine Person verliebt? Und was, wenn diese Liebe auch erwidert und zugelassen wird? Geht das überhaupt? Wenn ja wie? Darf man das? Ja, das geht und das Fachwort dafür: Polyamorie. Der Sozialwissenschaftler forscht über Lebens- und Liebeshistorie, über rechtliche und kirchliche Anerkennung, über Vorbilder und über mediale Berichterstattung in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Und für all jene, die das alles immer noch total kalt lässt oder nach so viel Liebe eine Abkühlung brauchen, steht als vierter Slammer Gerold Zotter auf der Bühne. Er beschäftigt sich mit der „Magie des Kühlens“. Dabei entzaubert er auf unterhaltsamste Weise Begriffe wie „homentrope und inkompressible Strömung“ so, dass wir auch als Laien einen verständlichen Einblick in das Forschungsgebiet des Maschinenbauingenieurs von der TU Graz erhalten.

Alte Kanti Kultur präsentiert vier Science-Slammer, die auf leicht zugängliche, unterhaltsame und unkonventionelle Art und Weise Einblicke in ihre Themen, ihre Arbeitsweise und ihre
Forschungsgebiete geben. In prägnanten Kurzvorträgen werfen sie wichtige und aktuelle Fragen aus ihren unterschiedlichen
Fachgebieten auf und laden ein zu drei Reisen im Kopf. Eine Moderatorin führt durch den Anlass. Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Schülerinnen und Schüler, sondern auch an Interessierte, die erleben möchten, wie Wissenschaft witzig und spannend vermittelt werden kann.

Organisation & Moderation: Manon Wohlgemuth.

Preise

25.- / 15.- / 5.-
75 min
Deutsch

Öffentliche Aufführungen

Di 22. Okt 19:00

Schulvorstellungen

Di 22. Okt 19:00

In Kooperation mit Alte Kanti Kultur